Salier-Gymnasium Waiblingen
Tel. 07151 / 5001-4004

Über die Salier und das Salier

Hier finden Sie Informationen über die Salier und die Geschichte des Salier-Gymnasiums.

Die Salier

Als 1024 auf dem Wormsfeld zwischen Speyer und Worms der um 990 geborene Konrad zum deutschen König gewählt worden war, hatten die deutschen Fürsten einen aus ihrem Kreis gewählt, der nicht zu den mächtigsten Vertretern ihres Standes gehörte. Aber der neue König hatte zwei Vorteile: Zum einen einen mächtigen Fürsprecher in Bischof Burchhard von Worms, zum anderen seine Frau Gisela, die ihm vor kurzem als Witwe des Herzogs Ernst von Schwaben angetraut worden war und die beträchtliches Erbgut in die neue Ehe einbrachte; dazu gehörte die "curta imperiali ad Uueibelingen", die wir schon aus der Urkunde des Karolingerkaisers Karls III. (885) kennen. Wenn dann dieses "Uueibelingen" unser Remstal-Waiblingen ist, so brachte Gisela, die leicht ihren Stammbaum bis zu den Karolingern zurückverfolgen konnte, Waiblingen an das neue Kaisergeschlecht, das man später "Salier" nannte.

Folgen wir Wilhelm Glässner, dem ehemaligen Stadtarchivar der Stadt Waiblingen, dann bedeutet "salisch" im Hochmittelalter "hochfrei fränkisch", d.h. von hoher edler und fränkisch freier Abstammung. Der Mittelpunkt des neuen Königs war also Speyer und seine rheinfränkische Heimat; weitere Stützpunkte seiner Macht waren Goslar im Herzogtum Sachsen, Nürnberg in Ostfranken und - durch Gisela - Waiblingen im Herzogtum Schwaben. In staufischen Schriftquellen taucht der Name "Waiblingen" des Öfteren auf, so z.B. in den "Annales Palidensis" (Ende des 12. Jh.), im "Codex Laureshamensis (bis 1167), bei Otto von Freising in den "Gesta Friderici" (1157) und in der Chronik des Burchhard von Ursperg (um 1230). Die Staufer bezogen sich später gerne auf die "Heinriche von Waiblingen", gemeint die Salier, weil sie es leicht hatten, Verwandtschaft mit den Saliern über ihre eigene Stammesmutter Agnes herzustellen, die eine Kaisertochter (Heinrichs IV.) und eine Kaiserschwester (Heinrichs V.) war und die 1089 Friedrich I. von Hohenstaufen, Herzog von Schwaben, geheiratet hatte, und weil sie in der Konkurrenz mit den Welfen so ihre "Kaiserverwandtschaften" betonen konnten.

So bleiben die Begriffe "Salier" und "Waiblingen" dem deutschen Hochmittelalter im Bewusstsein, versanken aber anschließend in der Vergessenheit, obwohl im Italien des 13. Jh. der Name "Waiblingen" als "Ghibellinen" der Begriff für die Kaisertreuen war.

Diese Verbindung Waiblingens zu den bedeutendsten hochmittelalterlichen Herrschergeschlechtern der Salier und der Staufer war 1968 Anlass zu der damals nicht unumstrittenen Namensgebung für das neu gegründete Gymnasium auf der Korber Höhe.

(Klaus Scheiner)

Die Geschichte des Salier-Gymnasiums

Im Jahre 1964 fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zum Bau eines weiteren Gymnasiums in Waiblingen, da das bis dahin einzige Waiblinger Gymnasium mit über 1300 Schülerinnen und Schülern aus allen Nähten zu platzen drohte.

Der Architekt Günter Behnisch aus Stuttgart gewann 1965 den Ausschreibungswettbewerb für das neu zu errichtende Schulzentrum (Gymnasium mit 24 Klassen und 750 Schülern, Realschule mit 18 Klassen und 600 Schülern).

Nachdem 1966 die Genehmigung des Kultusministeriums erteilt worden war, wurde 1967 mit den Baumaßnahmen begonnen. Den Grundstein legte Oberbürgermeister Dr. Gebhardt 700 Jahre nach der ersten Erwähnung einer Lateinschule in Waiblingen.

Am 09. September 1968 erfolgte die Schlüsselübergabe an die neu eingesetzte Schulleiterin, Frau Hedwig Sell. Das Salier-Gymnasium begann seinen Betrieb mit 468 Schülerinnen und Schülern in 13 Klassen der Unter- und Mittelstufe. Bereits 4 Jahre später legten die ersten "Salier" ihr Abitur ab.

Zum zentralen Problem der noch jungen Schule wurde schon wenige Jahre nach der Gründung ein unvorhergesehener, chronischer Mangel an Unterrichtsräumen, da die Schülerzahlen rasch wuchsen: 1965 für 750 Schülerinnen und Schüler konzipiert, überschritt deren Zahl 1973/74 die 1000er-Grenze und erreichte 1979/80 mit 1499 Schülerinnen und Schülern ihren Höhepunkt.

Am Ende des Schuljahres 1977/78 fand ein Wechsel in der Schulleitung statt: Frau Oberstudiendirektorin Hedwig Sell wurde in den Ruhestand verabschiedet. Am 26. Januar 1979 wurde Herr Oberstudiendirektor Alfred Schmid als neuer Schulleiter in sein Amt eingesetzt.

1978 wurde eine neue Sporthalle eingeweiht und die Oberstufenbibliothek eingerichtet. 1986 erfolgte der Neubau für die Naturwissenschaften auf der Nordseite der Schule. 1993 nahm die Schul-Mensa ihren Betrieb auf.

Im Sommer 2000 trat Herr OStD Alfred Schmid in den Ruhestand. Von 2000 bis 2008 leitete Frau OStD' Barbara Reinhard das Gymnasium. Im Schuljahr 2008/09 wurde das Salier in Ermangelung eines Schulleiters vom Stellvertretenden Schulleiter Stephan Bethäuser geführt, ehe 2009 Dr. Matthias Dimter sein Amt antrat. Seit August 2013 fungiert Herr Peter Schey als Schulleiter.

Auch im Bildungsangebot vollzogen sich Veränderungen: Ursprünglich als reines mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium eingerichtet, wurde der sprachliche Bereich bereits 1971/72 durch die Einführung von Französisch als erster Fremdsprache neben Englisch ausgebaut. Seit 1991/92 wird mit der Einführung eines sprachlichen Profils Spanisch als dritte Fremdsprache angeboten.

Besondere Kennzeichen des Salier-Gymnasiums waren und sind zahlreiche außerunterrichtliche Veranstaltungen, vor allem im musisch-künstlerischen Bereich, Austauschprogramme mit Frankreich, Spanien und den USA und eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften, von der Biologie-AG mit Schulbauernhof und eigener Imkerei bis zur Tanz-AG, die von Schülermentorinnen geleitet wird.

Ab Sommer 2015 wurde das Hauptgebäude generalsaniert; der Unterricht fand größtenteils im extra dafür errichteten Interimsgebäude statt. Der Rückumzug ging im Frühjahr 2017 vonstatten, worauf sich die Sanierung des Fachraumtraktes anschloss, der ab 2018 wieder benutzt werden konnte. Ab 2019 soll dann auch das Hanggebäude generalsaniert werden.